Schutzstoffe aus unserer Nahrung

Dr. med. Werner Seebauer

Neben Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen ist es für einen optimalen Stoffwechsel erforderlich, besonders die Gruppe der Sekundären Pflanzenstoffe zu berücksichtigen. Diese bioaktiven Substanzen werden über die Nahrung aufgenommen und sind eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel.

Von den weit mehr als 12000 verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen in unserer Nahrung kennt man bisher nur einen Bruchteil der wichtigen bioaktiven Funktionen. In der Natur gibt es noch deutlich mehr dieser Vitalstoffe.

Zahlreiche dieser Stoffe haben eine wesentlich stärkere antioxidative Potenz als die altbekannten antioxidativen Vitamine (Vitamine gibt es nur 13 verschiedene). Dies bedeutet einen Schutz gegen die schädlichen freien Radikale. Die Wirkungen gehen jedoch weit darüber hinaus und zeigen positive Einflüsse z.B. auf Entzündungsgeschehen, auf den Blutfettgehalt sowie Blutzuckerspiegel, auf die Durchblutung, auf Schutzeffekte gegen Zellentartung und Zellalterung sowie viele weitere Bereiche.

Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die infektions- und entzündungshemmende Effekte sowie das Immunsystem beeinflussende Wirkungen zeigen. Sie alle weisen darauf hin, dass unser Immunsystem eine wichtige Unterstützung durch diese Sekundären Pflanzenstoffe braucht. Bekannt sind ferner die antithrombotischen und Fließeigenschaften des Blutes verbessernden Effekte und die Senkung des LDL-Cholesterins über eine vermehrte Ausscheidung von Gallensäuren. Sie wirken entgiftend und durch die starke antioxidative Potenz, die auf das synergistische Zusammenwirken von hunderten bis tausenden verschiedenen Sekundären Pflanzenstoffen basiert, wirken sie oft auch antikanzerogen.

Die Deutsche Krebsgesellschaft stellt fest: "Warum Obst und Gemüse? Die Zauberformel lautet: Sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind es, die Obst und Gemüse so unendlich stark machen für den Kampf um unsere Gesundheit. Heute weiß man, ihre bedeutendste Leistung ist die Risikominderung im Hinblick auf die Krebsentstehung."

Mehr als 250 Studien mit sehr großen Teilnehmerzahlen (z.B. aktuell die EPIC Studie, die mit über 520.000 Teilnehmern in 10 Europäischen Ländern durchgeführt wird) zeigen immer wieder, dass der wichtigste Faktor in der Vorbeugung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in der Ernährung zu sehen ist. Das bedeutet in erster Linie auch, dass ausreichend Obst und Gemüse sowie Faserstoffe zugeführt werden.

Eine der wichtigsten Bedeutungen der Sekundären Pflanzenstoffe liegt in der Gesundheitsvorsorge. Dabei geht es um die Primäprophylaxe (die Vermeidung der Entstehung von Erkrankungen). Die Sekundärprophylaxe (nach bereits eingetretener Erkrankung Vorbeugung bzw. Vermeidung des Fortschritts weiterer Erkrankung) und die Früherkennung sind in der Medizin sehr wichtig, doch nur der zweit bzw. drittbeste Weg.

Wie viel Obst und Gemüse brauchen wir täglich und warum? Das Mindestziel sollte laut den vielen Studien und Forschungsergebnissen sein, jeden Tag mindestens 5 Portionen verschiedenes, reif geerntetes und richtig zubereitetes Obst und Gemüse zu essen oder als frisch gepressten Saft zu trinken (manches roh und öfters nicht zu stark erhitzt). Dies ist die Botschaft der "5 am Tag"-Kampagne hinter der alle Gesundheitsorganisationen stehen. Eine Portion ist dabei orientierend eine Hand voll. Von manchem zählt eine Hand voll jedoch nur als halbe Portion. Wenn Sie dann noch ausgewogen Vollkornprodukte und wertvolle Pflanzenöle sowie einige Lebensmittel tierischer Herkunft sparsamer und gezielt einsetzen (Vollwertige Ernährung), tun Sie viel für Ihre Gesundheit und Ihre Leistungsfähigkeit.

Dies wäre der beste Weg. Wenn Sie dies schaffen brauchen Sie in der Regel keine Nahrungsergänzung. Wenn Sie, wie viele nicht selber reif aus dem eigenen Garten ernten können, oder nicht sicher sein können, dass in Ihrem Markt reif geerntetes nach kurzen Tarnsportwegen und nur kurzer Lagerung auf Ihren Tisch kommt, dann ist zu empfehlen, dass Sie etwa 9 bis 10 Portionen verschiedenes Obst und Gemüse täglich essen.

Wenn Sie dies nicht schaffen, dann macht eine Nahrungsergänzung Sinn, jedoch nur eine auf rein natürlicher Basis aus verschiedensten Obst- und Gemüsesorten, die so schonend konzentriert wurden, so dass die absolute Bioverfügbarkeit erhalten blieb. Die Wirkungen müssen durch wissenschaftliche Studien bestätigt sein (Studien, die mit dieser Nahrungsergänzung selbst von unabhängigen Instituten durchgeführt wurden). Die zusätzliche Zufuhr von lediglich Vitaminpräparaten, wie sie so oft gehandhabt wird, ist meist keine ausreichende Lösung. In manchen Fällen wurden durch isolierte Vitamine sogar bestimmte Risiken erhöht.

Wenn es also um einen Schutz über Nahrungsergänzungen geht, dann sollten wir die komplette Matrix der Natur anbieten und nicht nur einen Bruchteil in Form von Vitaminen, Mineralien und wenigen isolierten Spurenelementen.

Die körperliche Bewegung und die Vermeidung besonderer Stressbelastungen (körperlicher und mentaler Stress) sind bei der Gesundheitsprophylaxe zusätzlich sehr wichtig. Achten Sie daher auch darauf, dass Sie sich täglich ausreichend bewegen (Sport ist gewissermaßen eine Bewegungsergänzung), dass Sie öfters entspannen können, und wo es geht Schadstoffe reduzieren bzw. vermeiden.

Es geht letztendlich auch um Anti-Aging - das moderne Schlagwort benutzend, obwohl dieser Ausdruck nicht so korrekt ist. Wir wollen Ihnen in erster Linie zeigen, wie Sie effektiv vorbeugen können oder weiteren Verschleiß reduzieren und lange fit sowie leistungsfähig bleiben. Es geht darum, nicht nur alt zu werden, sondern das biologische Alter so lange es geht, jung zu halten. Also Better-Aging.


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