Christoph Wieteck Deutsche Meisterschaften Biathlon 2017

Nachdem ich nun seit Anfang Juli 2017 im Institut für angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig arbeite um die Zusatzbezeichnung „Sportmedizin“ zu erwerben, kam ich vom 08.09.2017 bis 10.09.2017 in den Genuss die deutschen Meisterschaften im Biathlon am großen Arber zu besuchen. Im Rahmen eines Fellowships über die Verbandsärzte Deutschland e.V konnte ich den betreuenden Mannschaftsarzt der Biathleten und Biathletinnen Dr. Jan Wüstenfeld, mit dem ich auch am IAT zusammenarbeite, begleiten. 

Nach meiner Anreise am 08.09. und kurzem Check-in im Hotel ging es erst einmal direkt zu Tisch. In diesem Rahmen lernte ich erste der zahlreichen Betreuer und Athleten kennen. Am Nachmittag konnte ich beim offiziellen Training noch einen ersten Eindruck vom Arber Hohenzollern Skistadion, dem Austragungsort der Wettkämpfe der nächsten beiden Tage, gewinnen. Zudem hatten wir auch erste kleinere allgemeinmedizinische Einsätze durch drohende oder leichte Infekte der oberen Atemwege. 

Am Samstag dem ersten Wettkampftag standen der Sprint der Frauen und Männer an. Das Stadion war gut gefüllt und auch das Wetter war, v.a. am Vormittag gnädig zu Athleten, Betreuern und Zuschauern. Die Stimmung und Atmosphäre bei einem solchen Event, nicht nur unter Publikum, sondern vor allem bei Sportlern und Team ist beeindruckend und war in dieser Form, durch die Nähe zu den Athleten neu für mich. Zu meinem Glück konnte ich von Dr. Wüstenfeld, welcher selbst erfolgreicher Biathlet war, in diesem Rahmen, über das Medizinische hinaus auch noch viel über den Biathlonsport lernen. Nach erfolgreichem Wettkampf und Nachbereitung gingen die Sportler in die verdiente Regeration, wobei hier vor allem die betreuenden Physiotherapeuten, im wahrsten Sinne des Wortes, ganze Hände voll zu tun haben. In unserem Hotelzimmer fand parallel eine kleine Sprechstunde statt. Am Abend hatte die Firma Joska Sportler und Betreuer dann zu einem „Biathlon-Ehrenabend“ mit reichhaltigem Buffet und Rahmenprogramm geladen.

Am zweiten Wettkampftag stellten sich die Athleten den Verfolgungsjagten und die Zuschauer vor allem dem nun eher durchwachsenen Wetter. Neben kleinen Schürfwunden kam es auch am zweiten Wettkampftag glücklicherweise nicht zu größeren Verletzungen Am Nachmittag reisten Athleten und Betreuer dann individuell ab.

Insgesamt als auffällig und vor allem für die Sportler als bereichernd empfand ich die Kommunikation, die Zusammenarbeit und das familiäre Verhältnis der einzelnen betreuenden Disziplinen, von Trainern über Physiotherapeuten, Sportpsychologen, Sportwissenschaftlern und nicht zuletzt der medizinischen Abteilung. Das Fellowship der „Verbandsärzte Deutschland e.V.“ war eine tolle Erfahrung für mich, und so möchte ich mich an dieser Stelle auch noch einmal herzlich bei den „Verbandsärzten Deutschland e.V.“ für diese tolle Möglichkeit bedanken. Zusätzlich bleibt mein Dank an die Sportler und Betreuer für die freundliche Aufnahme und natürlich wünsche ich allen eine erfolgreiche Olympiasaison.

Christoph Wieteck

 

Sandra Krüger

GOTS-Medi-Fellowship 2011

Dr. med. Sandra Krüger

Das Fellowhip von der GOTS auf Initiative der Verbandsärzte Deutschlands e.V. unterstützt durch die Firma Medi, wurde ersmals in der Saison 2007/2008 ausgeschrieben. Es bietet jungen GOTS-Mitgliedern die Möglichkeit mit erfahrenen Mannschaftsärzten die praktische medizinische Betreuung im Hochleistungssport kennen zu lernen.

Der Kollege Dr. Hans-Peter Boschert aus dem Vorstand der Verbandsärzte steht für das Fellowship-Programm GOTS-medi-Wettkampfbetreuung zur Verfügung.

Nach erfolgreicher Bewerbung um die Fellowshipwoche bei der Turn-Europameisterschaft in Berlin vom 01. - 10.04.2011 stieg die Spannung, erstmals bei der Turnerelite hinter die Kullissen schauen zu können. Herr Dr. Boschert hat seit 1990 die Verbandsarzttätigkeit beim Deutschen Turnerbund übernommen, bis dahin war er selbst aktiver Kunssturner, bestritt zahlreiche Wettkämpfe in der 2. Bundesliga für Rottweil sowie in der 1. Bundesliga für Freiburg und erlangte dabei viele Meistertitel auf Landesebene. Er sorgte im Vorfeld unkompliziert für die nötigen Informationen. Am Montag dem 4. April ging es dann richtig los mit dem Podiumstraining der Frauen, am Dienstag dem der Männer. Nach der Akreditierung in der Max-Schmeling-Halle konnte ich Herrn Dr. Boschert ständig begleiten. Er machte mich mit den Turnern und anderen Delegationsmitgliedern bekannt. Es war sehr beeindruckend aus nächster Nähe eine derart schön anzusehende Körperkontrolle bei schwierigsten Bewegungsabläufen mit ansehen zu dürfen. Aber ich konnte auch teils miterleben welch hartes Training Voraussetzung dafür ist, welch Leben in Askese die Sportlerinnen und Sportler führen und wieviel sie wegstecken können müssen.   Mittwoch und Donnerstag fanden die Qualifikationen der Frauen und Männer statt. Dabei fiel auf, welch mentalen Stress die Tuner unter Wettkampfbedingungen ausgesetzt sind und welche Folgen das haben kann. Einerseits gelingt unter dem Ansporn, jetzt die Bestleistung zeigen zu wollen, vieles besser, manches geht aber auch daneben, was dann um so ärgerlicher ist, wenn man seine Chancen vergeben sieht, wofür man vorher so hart trainiert hat. Ein negativer Aspekt des Sports ist die subjektive Bewertung, die sicher auch das eine oder andere Mal für Verärgerung sorgt. Das Ambiente der Max-Schmeling-Halle ist sehr ansprechend und das Publikum ist super, es hat für eine schöne Atmosphäre gesorgt.

Am Freitag fanden die Mehrkämpfe statt. Die deutsche Meisterin Elisabeth Seitz hat sich wenige Stunden vor dem Mehrkampf-Finale der Turn-Europameisterschaften in Berlin am kleinen Finger der linken Hand verletzt. Die 17-jährige Mannheimerin sürzte beim Training am Schwebebalken. Samstag und Sonntag blieben den Gerätfinals vorbehalten. Die Spannung hielt sich bis zum letzten Turner, der am Reck schlussendlich noch die Goldmedaille gewann.

Neben den fast üblichen Rücken, Muskel- und Gelenkschmerzen, unter denen die Turner leiden, gab es leider auch grössere Verletzungen, wie eine Mittelfussfraktur, fünf Kreuzbandrupturen und eine Fingerluxation während der Meisterschaft. Besonders traurig ist die Verletzung von Aliya Mustafina, nicht nur für die Turnerin selbst, sondern auch für die Finalveranstaltungen. Die 16-jährige Russin hätte die Titelkämpfe wohl dominiert, verdrehte sich beim Sprung im Mehrkampffinal aber das Knie. Herr Dr. Boschert konnte auch hier weiterhelfen, indem er die Verbindung zu Dr. Strobel, dem Kreuzbandspezialsten in Deutschland herstellte, der sie wohl noch diese Woche operieren wird.

Das Fellowship ist eine wichtige Erfahrung, die ich nicht so schnell vergessen werde. Ich wurde sehr freundlich von der Turnerdelegation aufgenommen, wofür ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchte.
Ich kann allen jungen GOTS-Mitgliedern dieses praxisnahe Fellowship nur empfehlen. Für Rückfragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

 

 

Natalie Müller (Kempten) beim Snowboardcross-Weltcup im Montafon

Doppelter Einsatz im Montafon

Ein Erfahrungsbericht über die medizinische Betreuung beim Snowboardcross Weltcup im Montafon vom 06.- 08.Dezember 2012
von Natalie Müller (Kempten)

Nach einer kurzen aber spannenden organisatorischen Vorlaufphase bot sich für mich die Gelegenheit Dr. Heinz Kusche und das deutsche Snowboardcrossteam beim ersten Weltcup der Saison im Montafon zu begleiten. Ermöglicht wurde dies durch die Verbandsärzte Deutschland e.V und der GOTS über das Medi-Fellowship Programm.
Am 05.12. trafen wir uns im Mannschaftshotel und ich lernte die Athleten und den Betreuerstab kennen wobei ich anfangs nicht sicher war, wer welche Funktion innehielt. Dies änderte sich rasch, denn sowohl die Trainer und Betreuer als auch die Athleten waren super nett und aufgeschlossen und so hatte ich am Ende des ersten Abends zumindest eine Vorstellung von dem, was mich die kommenden Tage erwarten könnte.
Am 06.12 stand zunächst Training und der Vorlauf um die Startplätze auf dem Programm. Das gesamte Betreuerteam nahm mich unter ihre Fittiche, um mir den Ablauf und unsere Aufgaben nahe zu bringen. Neben der medizinischen Betreuung kann man auch mal nach der Nahrungsaufnahme der Athleten schauen, Startnummern überstreifen, Trainings- oder Rennboards vom mobilen Wachsstudio zum Athleten bringen.
Dr. Kusche suchte uns eine gute Startposition und wir erkundeten die Rennstrecke, um die ‚Zugriffsmöglichkeiten‘ zur Piste zu kennen. Unser Beobachtungsposten und somit mein Hauptarbeitsplatz für die kommenden 3 Tage sollte neben der Startbox sein. Von dort aus konnte man zumindest den ersten Teil der Rennstrecke einsehen und war jederzeit abkömmlich.  Außerdem konnte man eine gute Übersicht über das bunte Treiben im Startbereich der Rennstrecke erlangen. Die Pistengeräte (in meinem Fall dann doch lieber die Ski als das Snowboard) standen abfahrtsbereit hinter uns.
Während der ersten Trainingsläufe ertönte der Funk von Dr. Kusche mit einem ‚Kannst Du mal bitte kommen? ‘ – schon bald sollte mir klar werden, dass solche Funkmeldungen nichts Gutes verheißen. Ein Athlet aus unserem Team hatte sich bei einem Sprung verletzt. Fix in die Ski gesprungen rauschten wir die Piste hinab, um dort unseren verletzten Boarder vorzufinden. Die Schulterverletzung bedurfte weiterer Abklärung, so dass er mit der Schneekatze in Begleitung vom Mannschaftsarzt ins Tal und ins nächste Krankenhaus gebracht wurde. Wir teilten uns auf und ich blieb beim Team am Berg. Leider stellte sich bei unserem Schützling eine operationsbedürftige Verletzung heraus, die zum Glück noch am selben Tag behandelt werden konnte.
Am Abend wurden die Geschehnisse des Tages unter den Trainern und Betreuern besprochen.
Am Freitag, 07.12. begann das eigentliche Rennprogramm. Die Rahmenbedingungen variierten von Schneefall zu Schnee mit Wind, so dass die Rennstrecke unter erschwerten Bedingungen absolviert werden musste, und die Betreuer unter erschwerten Bedingungen ihre Jobs erledigen mussten. Beeindruckend ist die Interaktion im Team.  Mit an Bord war ein Sportpsychologe, dessen Arbeit super interessant war, und der auch zwischen den Rennläufen viel mit den Sportlern arbeitete. Die ein oder andere heiße Tasse Tee half gegen die drohenden Zehenerfrierungen.
Mittlerweile am zweiten Tag, schon routiniert in der Standplatzsuche schauten Dr. Kusche und ich den Rennläufen zu. Mit den eigenen Athleten fiebert man bereits nach kürzester Zeit besonders mit. Umso schlimmer war, als einer unserer Jungs im Vorlauf bei einer Kicker und  einem Sprung in der Luft aus der Balance geriet und mir noch vor seiner Landung klar war, dass wir schleunigst die Ski anschnallen sollten – das hatte einfach nicht gut ausgeschaut. Während wir in die Bindungen schlüpften meldete sich der Funk bereits wieder mit dem unheilvollen ‚Kommt mal schnell hier runter! ‘.
Unser Snowboarder lag auf der Piste, das Snowboard von der Pistenrettung bereits entfernt mit sichtlicher Achsabweichung am rechten Oberschenkel. Klinisch war klar, was im Busch war und so stabilisierten wir ihn und versuchten ihn vor weiterer Auskühlung zu bewahren. Während das Schmerzmittel noch anflutete, hörte man bereits die Rotoren des RTH, welcher den verletzten Boarder in kürzester Zeit in dasselbe Klinikum wie sein Teamkollege bringen sollte. So hatte sich keiner das Wiedersehen gedacht.
Der Mannschaftsarzt reiste per Gondel nach, und ich blieb wieder beim restlichen Team.  Die Stimmung nun sichtlich geknickt verlief der restliche Renntag ohne Komplikationen, allerdings wurde das Finale aus wettertechnischen Gründen auf den Folgetag verschoben.
Am Abend besuchten wir unseren frisch verletzten Snowboarder im Krankenhaus, er war bereits operiert worden und sollte bald ins Zimmer rückverlegt werden. Die OP hatte recht lange gedauert. Zum Glück konnten wir ihn auch spät abends besuchen und sicher stellen, dass alles gut verlaufen war.
Bei erneutem dickem Schneefall wurden am dritten Wettkampftag die Finale ausgetragen.
Nach dem Rennen besuchten wir unseren Athleten noch einmal in der Klinik, ein veranlasstes Kernspin zur Wirbelsäulendiagnostik wurde auch vom Mannschaftsarzt mit begutachtet.
Im Wartebereich des Krankenhauses war bereits ein kleines Snowboardcamp entstanden, bei dem Wettkampf hatten sich einige Sportler Verletzungen zugezogen, die vor Ort angeschaut werden mussten.

Fazit.
Insgesamt war es eine sehr spannende Angelegenheit im Montafon. Das gesamte Team war super nett und hat mich gut integriert. Bei den Einsätzen auf der Piste konnte ich mir viel abschauen. Als Teamarzt sollte man sich mit den örtlichen Gegebenheiten gut vertraut machen, so dass man über die medizinische Infrastruktur gut informiert ist und in unserem Fall Flugwetter, Transport und die nächsten Kliniken (und ihre Möglichkeiten) kennt. Desweiteren ist für die Athleten ein großer Bonus, wenn der Mannschaftsarzt auch heimatnah die weitere Betreuung übernehmen kann.
Die Betreuung der Mannschaft reicht über die medizinische Versorgung hinaus, auch in der Logistik beim Wettkampf wird man gefordert. Zudem kümmert man sich ja nicht nur um die Sportler beim Wettkampf, sondern um das gesamte Team und rund um die Uhr, und so können auch ein paar Erkältungsmedis für den Betreuerstab nicht schaden, wenn die Füße mal wieder besonders kalt und nass geworden sind.

Für mich persönlich habe ich wertvolle Erfahrungen sammeln und beeindruckende Menschen kennenlernen können. Als Folge des Medi-Fellowships betreue ich nun selber die SBX Trophy in Grasgehren (Allgäu).


Suche

 

Kontakt

Verbandsärzte Deutschland e.V.

Orthopädiezentrum Theresie

Dr. Christian Schneider

Theresienhöhe 13A

80339 München

Tel +49.89.55276020

E-Mail: vorstand@verbandsaerzte.org

Aufnahmeantrag

SEPA-Mandat

 

 

Veranstaltungen

Safe the Date

Verbandsärzte-Symposium 2019

Safe the date

GOTS-Kongress 2019